Elberadweg

Der Internationale Elberadweg ist Deutschlands beliebtester Radfernweg. Der Brandenburger Teil verläuft hier in der Prignitz größtenteils auf dem Deich. Das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg erstreckt sich zwischen Havelberg und Dömitz entlang des unverbauten Stromes mit seinen einmaligen Naturräumen. Wundervolle Naturbeobachtungen, Weite und Ruhe bestimmen hier den Charakter der Tour.

Jährlich erscheint das »Handbuch Elberadweg« mit aktuellen Angaben zu den Unterkünften.


Die Radtour

Länge: fast 90 km von insgesamt über 1.000 km
Der Prignitzer Teil des internationalen Elberadwegs verläuft zwischen Havelberg und Dömitz meist auf dem Deich der Flüsse Elbe und Havel.
Zwischen dem Wehr Quitzöbel und dem Wehr Gnevsdorf gibt es 2 alternative Routen zur Auswahl: auf dem Haveldeich über Abbendorf und auf dem Elbdeich mit verschiedenen Naturbeobachtungspunkten (ohne Gastronomie)
Letztere Route wird 2014 wegen bauarbeiten am Deich nahe Quitzöbel nicht befahrbar sein.

(GPSies – Tracks for Vagabonds ist ein kostenloses Routenportal für fast alle Outdoor-Aktivitäten. Alle von uns per GPS-Gerät erfassten Touren stehen zum kostenlosen Download bereit.)

In den ElbauenFoto: Studio Prokopy

Kleine Tourbeschreibung

Von Norden aus kommend entgegen des Stromes führt der erste Streckenabschnitt von Dömitz nach Lenzen. Über den Elbdeich geht es mitten durch das Herz des UNESCO Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Die Stille zwischen den Orten und die bunte Tierwelt mit Storch, Kranich, Biber und den weidenden Schafen lassen die Urtümlichkeit der Landschaft erahnen. Im Frühjahr und Herbst prägen Vogelschwärme das Bild. Hier erlebt man ländliche Idylle zum Anfassen. In den historischen Dörfern mit der typischen Hallenhausbauweise scheint die Zeit stillzustehen. Hier und da lockt der Duft von frischen Köstlichkeiten den Radler zu sich. Regionale Küche steht hier nicht nur auf der Speisekarte, sondern wird auch gelebt. Beste Einkehrmöglichkeiten bieten sich beispielsweise im »Alten Hof am Elbdeich«, in der »Fischerkate« oder im Café »Elbeglück«. Schon von Weitem zu erkennen und kaum einen Kilometer von Lenzen entfernt steht der ehemalige Grenzturm, der inzwischen zum Aussichtsturm über das Vier-Länder-Eck ausgebaut wurde. Unmittelbar am Turm grüßt Fährmann Rogge die vorüberziehenden Radler. Die Fährstelle, verbindet Brandenburg mit Niedersachsen. Angekommen in einer der ältesten Städte der Mark Brandenburg, dem durch Fachwerk geprägten Ort Lenzen, wird man sofort in den Bann gezogen von der imposanten Burganlage. Schon der Weg zur Burg lohnt sich, denn der Park mit Barockgarten lädt zu einer literarischen Reise durch den Natur-Poesie-Garten oder einem lehrreichen Spaziergang durch das erst 2018 errichtete AuenReich. Im BUND Besucherzentrum der Burg wartet eine moderne Ausstellung über die Kultur- und Naturgeschichte der Elbtalaue. Ein Highlight ist der virtuelle Flug auf einer Wildgans. Im BioHotel Burg Lenzen werden Gaumenfreuden bei regionalen und saisonalen Produkten geboten.

Burg LenzenFoto: Archiv Tourismusverband Prignitz e.V./LfU Jan Schormann

Der zweite Abschnitt führt von Lenzen weiter nach Wittenberge. Am Haltepunkt Natur »Auenblick Rückdeichung Lenzen« erlebt man lebendige Aue hautnah. Ein kurzer Stopp in der Geburtsstadt des Turnvater Jahn in Lanz sollte im Programm nicht fehlen. In dem Runddorf unter alten Eichen mit seiner spätgotischen Feldsteinkirche, die so typisch für die Prignitz ist, gibt es eine Gedenkstätte in der ehemaligen Dorfschule mit einem Museum, das eine zeitgeschichtliche Dokumentation zur Lebensgeschichte des Turnvaters zeigt. Vorbei an Cumlosen als ehemalige Grenzübergangsstelle für den Schiffsverkehr zwischen der DDR und der Bundesrepublik führt der Elberadweg nach Wittenberge. Die kulturellen Sehenswürdigkeiten der Elbstadt müssen sich nicht hinter der eindrucksvollen Schönheit der Naturphänomene der Elbtalaue verstecken. Im Gegenteil, der aufmerksame Stadtausflügler wird die breite Palette kulturhistorischer Bauten unterschiedlichster Stilrichtungen schätzen. Allen voran der Singer Uhrenturm als größte Turmuhr des europäischen Festlandes sowie die Alte Olmühle als Industriedenkmal, das sich alljährlich in den Sommermonaten in die romantische Kulisse der überregional bekannten Elblandfestspiele verwandelt. Bei einem selbstgebrauten Herzbräu – benannt nach dem Erbauer der Ölmühle, Salomon Herz – in der Strandbar mit Blick auf den Strom und einer deftigen Mahlzeit kann auf der Terrasse des Geländes die Sonne genossen werden.

Foto: Archiv Tourismusverband Prignitz e.V./Markus Tiemann

Der weitere Weg wird begleitet durch das Geklapper der Störche, die sich majestätisch durch die Lüfte gleiten lassen. Im Europäischen Storchendorf Rühstädt trägt man die Nase ganz weit oben. Circa 40 Horste sind hier in luftiger Höhe zu bestaunen. Ein Abstecher zum NABU Besucherzentrum in Rühstädt klärt anschaulich und interessant über das Leben von »Meister Adebar« auf. Ganz nahe dem Storchendorf in der Elbniederung und von Wäldern umschlossen, präsentiert sich Bad Wilsnack dem Besucher. Das Städtchen erlangte im Mittelalter als Wallfahrtsort überregionale Bedeutung. Noch heute zeugt das mächtige Wahrzeichen, die »Wunderblutkirche« St. Nikolai mit dem erhaltenen Wunderblutschrein aus dem 15. Jahrhundert, von diesen Tagen. Wer nach einem anstrengenden Radeltag Entspannung für Körper und Seele sucht, ist in der Kristall Kur- und Gradiertherme mit großer Saunenlandschaft, Salzsee und Gradierwerk genau richtig. Südlich von Bad Wilsnack führt der Elberadweg nach Gnevsdorf, wo im Havel-Vorfluter die Havel in die Elbe fließt. Verführerisch säumen die Birnbäume hier die Straße entlang des Dorfes und laden zum Naschen ein, bevor das letzte Wegstück des brandenburgischen Elberadweges in das beschauliche Städtchen Havelberg führt. Das Wahrzeichen der Stadt grüßt schon von weitem die Radler. Der Dom St. Marien thront über der Hansestadt. Die malerische Altstadt Havelbergs liegt inmitten der Havel auf einer Insel. Der Mix aus Wasser sowie Kultur und Sehenswürdigkeiten macht Lust die Stadt zu erkunden. Ein absolutes Muss ist der Besuch im »Haus der Flüsse«, das als Natura-2000-Informationszentrum dient und auf zwei Etagen die Flusslandschaften anschaulich und spielerisch näher bringt. Nach interessanten Tagen zwischen Kultur und Natur lädt das ArtHotel Kiebitzberg mit einer reizvollen Parkanlage zu Ruhe und Entspannung. Im Restaurant Schomokenberg mit Blick auf die Havel werden traditionelle Gerichte modern interpretiert, hier erwartet den Gast purer Genuss.