Europäisches Storchendorf Rühstädt

Das Klappern von mehr als 30 Storchenpaaren begleitet die Besucherinnen und Besucher des idyllischen kleinen Ortes Rühstädt. Schnell wird klar, dass der große Vogel hier eine besondere Rolle spielt: Neben dem Besucherzentrum Rühstädt mit einer Storchenausstellung und dem ortsansässigen Storchenclub ist Meister Adebar hier allgegenwärtig.

Foto: Archiv Tourismusverband Prignitz e.V.

Zu verdanken hat Rühstädt den Storchenreichtum seinen engagierten Bewohnerinnen und Bewohnern, die bereits seit den 50er Jahren dafür sorgen, dass sich der Storch hier besonders wohl fühlt. Regelmäßige Erneuerung der Nisthilfen, die Beringung der Jungstörche und das alljährliche Storchenfest sind nur einige Highlights im Storchenjahr.

Durch den überdurchschnittlichen Storchenreichtum wurde Rühstädt 1996 von der Stiftung Euronatur zum Europäischen Storchendorf ernannt. Zusammen mit 14 anderen Storchendörfern auf der ganzen Welt ist Rühstädt Teil der Initiative »European Stork Villages«, die sich für die Verbesserung der Lebensräume und den Erhalt der Storchenpopulationen einsetzt.

Foto: Archiv Tourismusverband Prignitz e.V.

Weitere kulturhistorische Highlights in Rühstädt sind die Kirche, der Wasserturm, das Schloss mit dem Schlosspark und der Eiskellerberg. Bei einem Spaziergang durch die Straßen mit liebevoll gepflegten Fachwerkhäusern und bunten Blumenkästen fallen außerdem die Infotafeln der Geschichtsroute auf, die mit alten Fotos und spannenden Geschichten die Vergangenheit lebendig werden lassen.


Störche ganz nah erleben von April bis September

Die mehr als 30 Rühstädter Storchenpaare werden von den ca. 250 Bewohnern des Ortes, allen voran den Mitgliedern des Storchenclubs, liebevoll beobachtet und betreut.

Storchenfütterung
Foto: R. Baadke

Im kleinen Dorf Rühstädt an der Elbe dreht sich alles um den Storch. Das ist kein Wunder, denn von April bis August quartieren sich die imposanten Tiere hier, mitten im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, in mehr als 30 Horsten ein. Dieser in Mitteleuropa einzigartige Storchenrekord, hat dem Ort den Titel »Europäisches Storchendorf« beschert. Im Frühjahr gibt es vor Ankunft der Störche einen »Nesterputz« zur Sicherung der Nester, von denen sich auf einigen Dächern sogar mehrere befinden.

Die Störche kommen als »Westzieher« Anfang April an und beginnen zu brüten. Wer Rühstädt ab Mitte Mai einen Besuch abstattet, kann am Abend ein ganz besonderes Schauspiel erleben. Die Storcheneltern kehren nach ihrer Futtersuche in den Elbauen in die Horste zurück, um ihre Jungen zu füttern. Begleitet wird die Szene von lautem Geklapper, das am Abend durch das ansonsten ruhige Dorf hallt. An jedem Horststandort stehen Tafeln mit Namen und Brutstatistik der Störche. Im August rüsten sich die erwachsenen Störche und die Jungstörche für den Zug gen Süden. In dieser Zeit sind in den Elbauen besonders viele Störche zu sehen.


Geführte Storchenrundgänge

Das Dorf und dessen Störche können nicht nur auf eigene Faust bei Spaziergängen durch Rühsstädt erkundet werden, sondern auch unter fachkundiger Anleitung mit den Rangern der Naturwacht Rühstädt oder den Mitarbeitern des NABU Besucherzentrums Rühstädt.


Die Störche per Rad entdecken

Foto: Michael Richter

Treffpunkt Adebar

Die 26 Kilometer lange Radtour wird begleitet durch das laute Klappern der Störche im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Auf den feuchten Wiesen entlang des breiten Stroms finden die Adebare reichlich Nahrung. Majestätisch segeln die Weißstörche durch die Luft und weisen den Weg zu den Beobachtungspunkten an der Elbe und am Zufluss der Havel zwischen Abbendorf und Gnevsdorf.


NABU Besucherzentrum Rühstädt

Nach einem ausgiebigen Rundgang durch Rühstädt kommt man nicht umhin, die Storchenausstellung im Besucherzentrum anzusehen. Alles Wissenswerte rund um »Weltenbummler Adebar«, seine Verwandten aus aller Welt, seine Lieblingsspeise und Informationen über den Vogelzug können Sie hier erfahren. Ein besonderes Highlight ist die Kamera auf dem Dach des Hauses, über die man direkt ins Storchennest sehen kann. Aber seien Sie nicht traurig, wenn gerade niemand Zuhause ist: Man kann sich kleine Filmsequenzen aus dem Leben der Störche ansehen und dadurch viel über deren Brutverhalten erfahren. Darüber hinaus bietet der NABU geführte Touren für Familien, Gruppen und Einzelpersonen, sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad an.