Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg

Die Mittelelbe ist Deutschlands einziger Sandstrom. Sedimente schieben sich mit den Fluten vorwärts und verändern ständig das Bild des Flusses ebenso wie der alljährliche Hochwasserrhythmus.

Über die Jahrhunderte entstand ein Mosaik verschiedenster Lebensräume. Auf engstem Raum finden sich Pflanzen und Tiere, die völlig unterschiedliche Lebensbedingungen benötigen, an extreme Nässe oder extreme Trockenheit angepasst sind, in den Senken, Flutrinnen, verlandenden Altarmen oder Binnendünen.


UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg

Beiderseits der deutsch-deutschen Grenze war die Elbaue lange nicht zugänglich. Hier überlebten seltene Tier- und Pflanzenarten, und die weiten Auen an der Elbe, Deutschlands drittgrößtem Strom, blieben unzerstört.

An der Elbe bei LenzenFoto: Corporate Art

Das 533 km² große Gebiet gehört seit der Wende zum Land Brandenburg. Es erstreckt sich auf 74 Flusskilometer am östlichen Elbufer von der Havelmündung bis kurz vor Dömitz, das bereits in Mecklenburg liegt. Seit 1998 gehört der brandenburgische Teil der Elbaue zum UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.

Sitz der Biosphärenreservatsverwaltung ist Rühstädt. Hier und auf der Burg Lenzen können Sie auch die Exkursionsangebote der Naturwacht und des NABU Brandenburg nutzen.
Das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg zählt zu den größten touristischen Attraktionen Brandenburgs.


Die Rühstädter Störche

Die Weißstorchpopulation im Europäischen Storchendorf Rühstädt ist mit bis zu 33 Brutpaaren pro Jahr die größte Deutschlands und Mitteleuropas. In den Storchennestern auf den Dächern des Dorfes werden jedes Jahr die Jungen vor den Augen der vielen Neugierigen aufgezogen, die das Dorf zur Storchensaison besuchen.

Beim Storchenfeierabend

Die Rühstädter Störche sind sogenannte »Ostzieher«, die über den Bosporus, die Türkei und den Nahen Osten in Richtung Afrika ziehen. Viele Störche fliegen bis Südafrika (ca. 20.000 km Wegstrecke pro Richtung), wofür sie ca. zwei bis drei Monate brauchen. Die ersten Störche kehren Anfang April aus Afrika zurück und beginnen sofort mit dem Nestbau und der Balz.

Die Nahrungsgebiete der Weißstörche befinden sich im Grünland rund um Rühstädt. Bei Rad- und Wandertouren lassen sich die Störche deshalb hervorragend beobachten. Von Mitte Juli bis Anfang August, wenn die Jungen flügge sind und die Störche gen Süden fliegen, suchen ca. 100 bis 120 Störche auf den Wiesen ihr Futter, das vorwiegend aus Amphibien, Insekten und anderen wirbellosen Tieren (z. B. Würmern) besteht.

Im gesamten Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg gibt es etwa 100 Brutpaare. Auch in vielen Prignitzer Orten außerhalb des Biosphärenreservats nisten Störche.

Im NABU-Besucherzentrum Rühstädt ist viel Wissenswertes über die Großvögel in der Ausstellung »Weltenbummler Adebar« zusammengetragen. Eine Live-Schaltung zum Storchennest auf dem Dach ermöglicht den direkten Einblick ins Familienleben der Storchenfamilie.

Störche im August
Foto: Kathleen Awe
NABU-Besucherzentrum

Vogelparadies an der Elbe

Die Prignitz ist bekannt für ihre Störche, aber auch andere Großvögel lassen sich im Herbst und im frühen Frühjahr in der weiten Elbelandschaft nieder.

Kraniche im WinterFoto: Dieter Damschen

Bis zu 4.000 Kraniche und zwischen 50.000 und 100.000 Saat- und Blessgänse, Zwerg und Singschwäne werden hier gezählt. Fisch- und Seeadler kreisen über die Elbtalaue.
Ein besonderer Hotspot ist das Rambower Moor. Von Mitte September bis November sowie im März ist das Moor Schlafplatz der Kraniche. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit ziehen sie zu Tausenden mit lautem Trompeten in den Schutz des flachen Wassers und verbringen hier die Nacht. Ein Spektakel, das man am Wochenende in der Moorscheune in Boberow ausklingen lassen kann. Es werden auch geführte Touren und Kremserfahrten rund ums Moor angeboten. Wer das Moor selbstständig erkunden will, der ist richtig auf dem ca. zwölf Kilometer langen Zweiseitenweg rund um das Rambower Moor.


Natur- und Landschaftsführer

Das erwartet Sie bei einer Tour durch das Biosphärenreservat Flusslandschaft-Elbe Brandenburg

Foto: Dieter Damschen

Die Elbe und ihre Nebenflüsse gestalteten nach der Eiszeit eine leicht wellige, weite Landschaft, abwechslungsreich mit Feldern, Wäldern und Wiesen. Sanfte Hügel, weite Felder und Wiesen und dazwischen Waldgebiete, als wären sie wegen des Kontrasts in die Landschaft gesetzt – das ist die Prignitz zwischen Elbauen und Müritz. An den Ufern der Elbe hat die Natur einen hohen Stellenwert. Hier erfährt die einmalige Natur- und Pflanzenwelt besonderen Schutz, ist aber auch Besuchern zugänglich. Gehen Sie also auf Entdeckungsreise mit unseren ausgebildeten Kultur- und Landschaftsführern. Zahlreiche Touren und Führungsangebote stehen zur Verfügung.