Wer unsere schöne Gegend kennt,
die sich bescheiden Prignitz nennt,
der ist spontan in sie verliebt,
weil's hier nur gute Menschen gibt.

Wie wunderschön ist die Natur
viel Wald, viel Wiesen, Feld und Flur
Gesunde Luft für unsere Lungen,
für all die »Alten und die Jungen«
ganz schnucklich sind die Dörfchen hier,
doch auch die Städte, glaubt es mir.

Auch viele Sehenswürdigkeiten
den Wanderer überall begleiten.
Wie schön, dass es die Prignitz gibt,
ich bin total in sie verliebt.

Ich fühl mich hier so richtig wohl
bei Pollo und bei Knieperkohl
Das Stichwort ist damit genannt
der Knieperkohl, fast weltbekannt,
hat seine Wurzeln hier im Lande -
und ehrlich, es ist keine Schande,
dass dieses artig' Kohlgericht
uns allen aus dem Herzen spricht.

(Auszug aus dem Loblieb an die Prignitz von Gisela Schulz aus der Pritzwalker Knieperfibel)

Deftig-traditioneller Knieperkohl mit KohlwurstFoto: Tourismusverband Prignitz e.V.

Wie der Knieperkohl entstand …

Hätten Sie gedacht, dass auf dem Weg zum heutigen Kniepergericht Jahrhunderte alte Traditionen im fernen Asien und der Dreißigjährige Krieg eine große Rolle spielen? Von Generation zu Generation überliefert, in unzähligen Variationen verfeinert und dennoch im Kern seinem Ursprung treu, erfreut sich der Knieper besonders in der Winterzeit großer Beliebtheit.

Schon vor langer Zeit überlegten die Menschen, wie sie ihre ohnehin schon raren Lebensmittel vor dem Verderb bewahren können, um so für Zeiten Vorsorge zu treffen, in denen die Natur nichts hergibt. Gemüse durch Milchsäuregärung zu konservieren, ist eine sehr alte Erfindung, die schon im antiken Griechenland, im Römischen Reich und in China Anwendung fand. Die heutige Bekanntheit von Sauerkraut in Europa kann auf wandernde Mongolenstämme zurückgehen, die im 13. Jahrhundert bis nach Europa kamen.

Der Knieper selbst soll seinen Ursprung im 30-jährigen Krieg haben. Nach der Pest blieb eine entvölkerte, verödete Landschaft zurück. Nur 12,65 % der Prignitzer Bevölkerung hatte überlebt. Doch selbst für diese reichte das karge Nahrungsangebot nicht. Aus der Not heraus versuchten sie, sich durch Einsalzen von Futterkohlsorten einen Wintervorrat zu schaffen. Das war die Geburtsstunde des heutigen Knieperkohls …

KnieperkohlzubereitungFoto: Tourismusverband Prignitz e.V./Jens Wegner

Knieperkohl - Eine Spezialität aus drei Kohlsorten

  • blauer Markstammkohl
  • Grünkohl
  • Weißkohl

Die drei Kohlarten werden in verschiedenen Anteilen gemischt gebrüht, trockengelegt oder geschleudert und dann gesäuert. Das Säuern kann nach altbäuerlichen Traditionen erfolgen (Einlegen und Einstampfen des Kohlgemischs mit Salz, Weinreben und Sauerkirschblättern in Steintöpfen, Fässern oder Silos). Die Salzmenge und die Umgebungstemperatur bestimmen die Gärdauer, die in der Regel vier bis sechs Wochen beträgt.

KohlernteFoto: Tourismusverband Prignitz e.V./Jens Wegner

Knieperwirkung

Knieperkohl entgiftet den Darm, beseitigt Verstopfung, repariert zerstörte Darmschleimhäute und kräftigt die Schleimhäute im Körper. Er senkt die Cholesterin- und Fettkonzentration im Blut, hat eine vitalisierende Wirkung und hebt die Stimmung. Sehr nützlich ist er vor allem in Winter zur Vorbeugung von Erkältungen. Auch bei Milchunverträglichkeiten oder Milcheiweißallergien ist er ideal. Man sagt ihm eine besonderes schützende Wirkung für Magen- und Darmschleimhäute zu. Als energiereiche Nahrung tut er somit dem Stoffwechsel gut, ist reich an Vitaminen, Ballaststoffen und Kohlenhydraten.

Knieperkohlsaison in der Prignitz startet trotz Corona

Unter dem Motto »Genuss zum Mitnehmen« steht die Knieperkohlsaison 2020 unter besonderen Zeichen.

Seit dem 19. November bieten die elf Filialen der Neudorfer Fleischerei frisch zubereiteten »Knieperkohl To Go«: Je Portion gibt es nicht nur frischen Knieperkohl sondern auch eine Scheibe Kassler und Kohlwurst dazu. Wer das Traditionsgericht lieber zu Hause genießen möchte, kann sich den Knieper, der in zahlreichen Angeboten und Rezepturen verfügbar ist, natürlich auch im Glas mitnehmen.

Dieses Jahr wartet die Neudorfer Fleischerei außerdem mit einer neuen Kreation auf, der Knieperkohlbratwurst.

Wer das Prignitzer Nationalgericht über die Sommermonate vermisst hat, es noch gar nicht kennt oder einfach ein deftig-leckeres Gericht für kalte Wintertage essen möchte, macht sich am besten auf den Weg zu einer der elf Filialen der Neudorfer Fleischerei und holt sich ein Stück Prignitz auf den Tisch.