Industriekultur in der Prignitz erleben

Zukunft der Vergangenheit - Industriekultur in Bewegung

2021 steht bei Kulturland Brandenburg die Industriekultur im Fokus des Themenjahres.

Der Begriff Industriekultur stand bisher hauptsächlich für die Auseinandersetzung mit der Kulturgeschichte und der Kulturlandschaft des Industriezeitalters. Das Themenjahr »Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung« wagt den Versuch eines Updates, bei dem es nicht länger nur um einen erhaltungsbemühten Rückblick, sondern insbesondere auch um eine industrielle Zukunftsperspektive gehen soll.

Während die Industrie im traditionellen Gewand im Alltag der Menschen kaum mehr eine Rolle spielt, setzt sich die Industrialisierung mit beschleunigtem Tempo fort. Brandenburg ist schon längst zu einem Industrieland 4.0 geworden.

Mit dem Themenjahr 2021 setzt Kulturland Brandenburg kulturelle Impulse, denn nicht nur die Industrie steht für clevere Ideen und nachhaltige Konzepte. Die künstlerischen und kulturellen Projekte, die im gesamten Land umgesetzt werden, zeigen, wie kreativ, anpassungsfähig, interdisziplinär, stilbildend und identitätsstiftend die Kulturakteure und Kunstschaffenden in Brandenburg wirken können.

Aktionstage in der Prignitz

Vergangenheit mit Zukunft

Die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg blickt im Themenjahr 2021 auf die rasante Entwicklung, die die brandenburgischen Städte im Zuge der Industrialisierung vollzogen haben. Die Etablierung von Handwerksbetrieben, die Entstehung von Manufakturen und Fabriken haben die Entwicklung auch kleinerer Städte nachhaltig geprägt. Vor allem der Ausbau der Eisenbahnen, der Einsatz von Dampfmaschinen oder die flächendeckende Verbreitung von Elektrizität und anderen Erfindungen haben die Infrastruktur maßgeblich verändert. In zentralen Stadtraumausstellungen erzählen die teilnehmenden Städte, welchen Einfluss die Industrialisierung auf die Stadtentwicklung, die Bautätigkeit und die Bevölkerungszahlen hatte. Wie hat sich die Arbeits- und Lebenswelt der Menschen in den Städten verändert? Welche Betriebe und Industriezweige siedelten sich an? Wo können Besucher:innen davon heute noch etwas entdecken? Und wie werden diese Orte der Industrie heute noch genutzt?

Mit dabei
Kyritz
»Altstadtindustrie im Wandel oder Wie hochprozentiges hochgeistig wird«
Ausstellung und Hörführung

Wittstock/Dosse
»Der Wittstocker Weg von der Uniformtuchfabrik zum Bildungscampus«
Ausstellung und Hörführung

Wusterhausen/Dosse
»Wusterhausen - Schusterhausen: Die Stadt der 100 Werkstätten«
Ausstellung und Hörführung

Industrielle Utopien

Ehemalige Tagebaue, verlassene Fabriken, historische Kraftwerke, visionäre Werkssiedlungen, legendäre Cluster: Kaum ein Bundesland bietet diesen Reichtum an faszinierenden Industrie-Relikten in der Fülle wie das Bundesland Brandenburg. Das Touristische Netzwerk Industriekultur hebt diese Schätze aus der Nische ins Schaufenster der Reiseregionen und macht Lust darauf, die Orte und ihre Geschichten zu entdecken – und zu verstehen. Unter dem Thema »Industrielle Utopien – einst und jetzt« werden im Zuge des Kulturland-Themenjahres 2021 die Standorte des touristischen Netzwerkes Industriekultur in einem Audioguide vorgestellt. Mit den einzelnen Audiobeiträgen, die professionell recherchiert und mit Profisprechern aufgenommen werden, soll das Kulturangebot der teilnehmenden Standorte für Anwohner und Gäste attraktiver gestaltet werden. Mit Hilfe der Audioguides können Besucher fortan, unabhängig von Öffnungszeiten oder Führungen, einen Einblick in die Geschichte der Standorte und den dort wirkenden Pioniere erhalten und die Umgebung akustisch erleben.

Mit dabei:
Stadtmuseum Alte Burg Wittenberge
Putlitzstraße 2
19322 Wittenberge
stadtmuseum@kfh-wbge.de
www.wittenberge.de

Landluft 2030

Die Museumsfabrik Pritzwalk lädt im Kulturlandjahr 2021 zu einem kreativen Ideenaustausch zur Zukunft des Lebens und Arbeitens im ländlichen Raum ein. Globalisierung, Digitalisierung, Mobilität, demografischer Wandel: dies sind nur einige der Schlüsselbegriffe, unter denen die zukünftige Entwicklung ländlicher Räume berechnet wird. Gerade das Land Brandenburg mit seinen weitläufigen, dünn besiedelten Landschaften steht hier vor besonderen Herausforderungen. Die Museumsfabrik Pritzwalk nimmt diese Herausforderungen als Ausgangspunkt für eine Ringvorlesung und schafft daraus ein kreatives Netz von Ideen und Konzepten zu der Frage, in welche Richtung es in Zukunft gehen kann.Experten aus den Bereichen Forschung und Wirtschaft kommen ebenso zu Wort wie Künstler und ländliche Initiativen: Sie stellen jeweils innovative Projekte, Denkansätze, Technologien oder Initiativen vor, welche sich zukunftsweisend mit dem Thema Industriekultur auf dem Land auseinandersetzen. Dank digitaler Vernetzung können auch überregionale Gäste in der Reihe zu Wort kommen. Per Videoübertragung kann die Reihe auch aus dem heimischen Wohnzimmer verfolgt werden.

Museumsfabrik Pritzwalk
Meyenburger Tor 3a
16928 Pritzwalk
03395/76081120
museum@pritzwalk.de
www.museum-pritzwalk.de