Ausflugstipps im Winter

Stille hören, Kraft tanken und Landidylle genießen: Eine Winterwanderung durch die Prignitz

Unweit der Havelmündung liegt Rühstädt hinterm Elbdeich, es gilt als Deutschlands storchenreichstes Dorf mit rund 30 wagenradgroßen Nestern auf den roten Backsteinhäusern. Auch wenn die Störche ihr Sommerdomizil bereits verlassen haben, sind auf dem sechs Kilometer kurzen Rundweg entlang der weiten Wiesen und der flachen Tümpel in der Elbtalaue im Winter unzählige Kraniche, Wildgänse und Singschwäne auf Nahrungssuche zu beobachten. Mit etwas Glück lässt sich auch der seltene Seeadler beobachten. Auf dem Rückweg passieren Sie den Gutspark des spätbarocken Schlosses Rühstädt und kreuzen das Wahrzeichen des Dorfes, den historischen Wasserturm.

Wandern auf dem ElbdeichFoto: Tourismusverband Prignitz/Corporate Art

Mit den Elbtal-Alpakas durch die Winterlandschaft

Auf dem Hof von Familie Krempner zogen 2010 einige Schafe als lebende Rasenmäher ein. Schon früh wussten sie, dass das nicht die Optimallösung für ihren Hof ist. Also sammelten sie ab 2000 alles Wissenswerte über Alpakas und nach dem ersten Kontakt mit diesen wunderbaren Tieren begann die Suche nach den geeigneten für ihren eigenen Hof. Schließlich fanden im Oktober 2010 drei Alpakas Einzug in der Prignitz, in die sich die Familie sofort verliebt hatte.

Alpakas sind nicht nur besonders niedlich, sondern auch den Menschen zugewandt und somit ein Balsam für die menschliche Seele. Beim Wandern erfährt man die Gelassenheit der Tiere, und durch ihr gemütliches Tempo kommt man Schritt für Schritt selbst zur Gelassenheit zurück. Entdecken Sie die Prignitzer Landschaft bei einer Tour mit den Alpakas auf dem Deich oder durch die weite Prignitzer Landschaft. Eine Hofführung ist bei allen Wanderungen inklusive.

Einsteigertour 1 Stunde
Um den Breeser Baggersee führen die Alpakas durch die schöne Prignitzer Natur.
Preis pro Alpaka 25 €. Es müssen 2 Alpakas gebucht werden.

Alpakaspaziergang 1,5 bis 2 Stunden
Eine schöne Waldtour bis in die Stepnitzniederung erwartet Sie.
Preis pro Alpaka 35 €. Es müssen 2 Alpakas gebucht werden.

Elbwanderung 2 bis 2,5 Stunden
Entlang der Elbe und durch die schönen alten Elbdörfer führt diese Wanderung.
Preis pro Alpaka 50 €. Es müssen 2 Alpakas gebucht werden.

Foto: Wolfgang Dirscherl/pixelio.de

Reif für die Insel

Fährmann, hol über! Mit Polly Piff Paff geht es ab auf die Insel. Wie alle anderen Boote schwebt Polly Piff Paff leise über den Kyritzer Untersee, denn Verbrennungsmotoren sind hier untersagt. Einmal in Kyritz oder Bantikow übergesetzt, ist der nächste Halt die INSL, ein kleines Eiland inmitten des Kyritzer Untersees, wo eine Gastwirtschaft zum Adventsbrunch lädt. Die INSL-Kombüse arbeitet mit vorrangig regionalen Anbietern zusammen. Der Wildkräutersalat sowie Gemüse kommt pflückfrisch von einem benachbartem Bio-Bauern, das Bio-Fleisch kommt von ebenfalls von einer regionalem Fleischerei. Die Säfte sind direkt aus der Mosterei Wietz aus Kyritz, der Fisch kommt aus der Müritz von den Müritzfischern und die Burgerbrötchen werden frisch gebacken von einem lokalen Bäckermeister. Der hausgebackene Kuchen wird täglich aus der INSL-Backstube den Gästen wie bei Muttern serviert. Nach dem ausgiebigen Mahl darf ein Spaziergang am Landschaftsschutzgebiet »Kyritzer Seenkette« nicht fehlen. Die Prignitzer Landschaft rund um Kyritz bietet mit ausgedehnten Wäldern und weiten Feldern ein hautnahes Naturerlebnis an. Wie an einer Perlenschnur aufgezogen, erstrecken sich die Seen des Ober- und Untersees von Bork-Lellichow bis nach Wusterhausen. Die Kyritzer Seenkette bietet wertvollen Lebensraum für geschützte, seltene Tierarten wie Fischotter und Biber sowie Rotmilan und Seedler.

Die INSL inmitten des Kyritzer UnterseesFoto: REG Nordwestbrandenburg mbH

Ein Besuch im Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse)

Vor den Toren Berlins liegt das 1788 von Friedrich Willhelm II »zum Besten des Landes« gegründete Gestüt. Auf halbem Weg zwischen Berlin und Hamburg, eröffnet sich den Besuchern ein einzigartiges, kulturelles Ensemble mit klassizistischer Architektur und unberührter Natur. Das denkmalgeschützte Areal wurde nach historischem Vorbild wieder hergestellt und zur Veranstaltungskulisse für Bildung, Sport und Kultur weiterentwickelt. Als Kleinod aus preußischer Zeit schafft das »Sanssouci der Pferde« eine Verbindung zwischen Tradition und Zukunft und lädt zu erholsamen und unvergesslichen Stunden auf dem traumhaften Anwesen der Neustädter Gestüte ein.

Highlighttipp
Neustädter Pferde im Advent
9. Dezember 2021, 14 – 15.30 Uhr
Mit Eleganz, Geschicklichkeit und Humor präsentieren Reiter und Pferde rasante und elegante Pferdeschaubilder zu weihnachtlicher Musik. Besinnliche und spaßige Szenen mit prächtigen Pferden, bunten Kostümen so wie auch reiterlicher Hochgenuss bezaubern kleine und große Pferdefreunde.

Winterzauber im Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse)Foto: Archiv Neustädter Gestüte

Mit dem Pollo durch das Prignitzer Winterland

Zwischen 1897 und 1912 entstand in der Prignitz in mehreren Abschnitten ein über 100 Kilometer langes Schmalspurnetz zum Abtransport der Agrarprodukte. Es verband die Orte Perleberg, Pritzwalk und Kyritz und bot Anschluss zu Normalspurbahnen. Durch den zunehmenden Verkehr auf der Straße und den mittlerweile schlechten Zustand der Gleisanlagen kam das Aus für die Kleinbahn. Bis zum 31. Mai 1969 wurde daher der Verkehr in mehreren Abschnitten eingestellt. Fast alle Lokomotiven wurden verschrottet, viele Wagen endeten als Hühnerställe oder Lagerschuppen auf Grundstücken in der Region. Den Transport übernahmen fortan Busse und Lkw. Ab Mitte der achtziger Jahre interessierten sich Eisenbahnfreunde wieder für den verschwundenen Pollo. Im Sommer 1992 errichteten sie ein Ausstellungsgleis mit zwei alten Wagen am einstigen Knotenpunkt Lindenberg und gründeten ein Jahr später den heutigen Verein. Ab 1994 begann der Wiederaufbau der Strecke von Mesendorf in Richtung Brünkendorf, die jedoch erst am 9. Mai 2002 eröffnet wurde. Nach einer Streckenverlängerung ist seit Mai 2007 auch der einstige Knotenpunkt in Lindenberg wieder mit der Bahn erreichbar. Mehr zur Geschichte der Kleinbahn und des Vereins erfahren Sie bei einem Besuch des Museums oder einer Fahrt mit dem Pollo.

Highlighttipp
Tauchen Sie ein in die Vergangenheit bei einer Fahrt mit der einzigen Schmalspurbahn Brandenburgs, dem Pollo in der Prignitz:
4. und 5. Dezember: Nikolausfahrten
31. Dezember: Silvesterfahrt

Foto: Tourismusverband Prignitz/Ronals Meissner
Kopfmotiv: Tourismusverband Prignitz/Peter Waesch