Rolandtour - Von Roland zu Roland
Start: Perleberg, Großer Markt mit Rolandfigur
Ziel: Stendal, Markplatz mit Rolandfigur
Länge: 80,3 Kilometer
Dauer: 4 Stunden
Die Tour nach Knotenpunkten
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Die Rolandfiguren von Perleberg und Stendal stehen still – und erzählen doch viel. Von Freiheit, Gerichtsbarkeit und stolzem Bürgersinn. Wer ihnen begegnet, begegnet zugleich der reichen Geschichte zweier bedeutender Städte – verbunden durch eine Radtour, die nicht nur Landschaft, sondern auch Zeiten überbrückt.
Zwischen Kopfsteinpflaster und Fachwerk scheint der Alltag in der Perle der Prignitz, der Rolandstadt Perleberg, kurz Pause zu machen. Auf dem Großen Markt wacht der 5,50 Meter hohe Roland über das Stadtleben – seit 1546 ein steinerner Zeuge mittelalterlicher Selbstverwaltung. Die liebevoll erhaltene Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, der gotischen St.-Jakobi-Kirche und kleinen Läden voller Persönlichkeit lädt zum Schlendern und Verweilen ein. Wer hier startet, nimmt etwas von dieser Haltung mit: Gelassenheit, Entschleunigung, das Staunen über stille Schönheit. Hinter dem Rücken des Rolands beginnt die Tour – hinaus aus der Stadt, hinein in eine Landschaft, die nicht laut sein muss, um Eindruck zu machen.
Die Strecke führt durch stille Elbniederungen, vorbei an kleinen Orten mit Geschichte – und Charakter.
Wittenberge, wo Industriekultur auf Elberomantik trifft, überrascht mit Kontrasten und einem Hauch urbanem Flair.
Seehausen empfängt Reisende mit mittelalterlichem Stadtbild, ehrwürdigen Mauern, alten Höfen – und einer Gelassenheit, die fast an ein vergessenes Jahrhundert erinnert.
Osterburg schließlich zeigt sich selbstbewusst und bodenständig: Eine Stadt, die ihre Geschichte kennt, aber nicht ins Schaufenster stellt. Wer hier anhält, spürt sofort die gewachsene Struktur – und vielleicht auch die Lust, einfach noch ein wenig zu bleiben.
Und dann: Stendal. Die Hansestadt ist ein würdiger Zielpunkt dieser Reise – mit ihren monumentalen Kirchen, dem Dom St. Nikolaus, der Marienkirche, den weiten Plätzen und dem Uenglinger Tor, das wirkt, als wolle es Reisende schon aus der Ferne begrüßen.
Vor der Gerichtslaube des Rathauses steht der zweite Roland – ein Gigant aus Sandstein, 7,80 Meter hoch. Er blickt nicht nur auf die Stadt, sondern vielleicht auch ein wenig zurück. Auf den Weg, der ihn mit seinem steinernen Bruder in Perleberg verbindet. Auf die Radfahrenden, die ihn mit neuem Leben füllen. Und auf die stille Erkenntnis: Geschichte ist nicht das, was hinter uns liegt. Sondern das, was wir unterwegs erleben.
