Von Storchendorf zu Storchendorf
Start: Europäisches Storchendorf Rühstädt
Ziel: Wahrenberg
Länge: 26,5 Kilometer
Dauer: 2 Stunden
Beste Reisezeit: April bis August (Storchensaison)
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Es ist das leise Klappern, das dich unterbricht, wenn du durch Rühstädt radelst – ein Klang, der den Blick sofort in die Höhe führt. Denn hier ist Rühstädt Heimat von über 30 Storchenpaaren – auf nahezu jedem der überwiegend roten Backsteinhäuser nisten sie. Meister Adebar grüßt dich aus luftiger Höhe im »Europäischen Storchendorf«. Der Frühling kommt hier mit Flügeln, und wenn ab März die Storchenpaare heimkehren, wird jedes Nest zur Bühne: Beobachten lässt sich das ganze Naturspektakel im NABU-Besucherzentrum. Hier taucht man ein in diese enge Verbindung von Mensch und Natur. Mit Fernglas, Nestkamera oder einfach mit Blick zur Dachkante beginnt hier das Verständnis für ein besonderes Gleichgewicht: Die Störche kommen, weil der Ort ihnen Raum gibt. Fast wirkt es selbstverständlich, dass die Weißstörche jedes Frühjahr ihre Nester auf Giebeln und Schornsteinen beziehen. Fast – denn hinter dieser Idylle steckt Engagement: Stromleitungen wurden unterirdisch verlegt, Nistplätze gezielt erhalten, Besucher willkommen geheißen – aber immer mit Rücksicht auf die gefiederten Mitbewohner. Das Dorf mit seinen blühenden Vorgärten lebt mit den Störchen – nicht neben ihnen.
Der Weg führt hinaus – in eine Landschaft, die still ist, aber nie leer. Zwischen Rühstädt und Wahrenberg erstreckt sich das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – ein Naturraum, der den Störchen als Jagdrevier dient und dem Menschen als Rückzugsort. Auen, Wiesen, Altarme. Libellen tanzen über feuchte Senken, Greifvögel ziehen über den Deichkronen ihre Kreise, Reiher stehen reglos im Ufergras. Es ist eine Welt ohne Eile – und gerade deshalb so kostbar. Über Wittenberge, die Stadt an der Elbe, führt der Weg nach Wahrenberg.
Das Haufendorf Wahrenberg ist nicht nur das storchenreichste Dorf Sachsen-Anhalts, sondern gehört bundesweit zu den Orten mit dem zweithöchsten Storchenaufkommen – mit über 20 Brutpaaren im Dorf und rund 80 Alt- und Jungstörchen in den umliegenden Auen. Hier klappert es nicht, weil es muss – sondern weil es darf. Die Störche sind Teil des Dorfalltages, genau wie historische Fachwerkhäuser, die auf kleinen künstlichen Erdwällen (»Warften«) gegen Flut gebaut wurden. Rund um Wahrenberg weisen Infotafeln entlang des Auenpfades auf dieses sensible Miteinander von Natur und Mensch hin.
